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Knies Kinderzoo, Rapperswil, Schweiz

Die Totenkopfaffenanlage ist ein gutes Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Jakob®, Bauherr, Architekt und fachbiologischem Berater. Bei neu zu konzipierenden Tieranlagen versuchen die zoologischen Gärten möglichst ohne Gitterelemente auszukommen. Dieser Anforderung wird durch den Einsatz von Webnet geradezu ideal entsprochen und die klettergewandten Affen können sich artgerecht fortbewegen. Ein Territorium, das auch den Besuchern dank der filigranen Abgrenzung eine grössere Nähe zu den Tieren ermöglicht.

Aufgabe

Knies Kinderzoo hat sich vor einigen Jahren die Aufgabe gestellt, die Substanz aus den 60er Jahren zu überprüfen und – wo nötig – den heutigen Gegebenheiten sowie den Anforderungen an einen zeitgemässen Zoostandart anzupassen. Grundsätzlich werden weniger Anlagen auf grösseren Flächen präsentiert, so dass optimale Bedingungen für Tiere und Besucher entstehen.

In diesem Zusammenhang werden auch neue Tierarten, die den Bestand des Kinderzoos sinnvoll ergänzen, evaluiert und gezielt gesucht. Auf Saisonbeginn 2003 konnte eine Gruppe von Totenkopfaffen (saimiri sciureus) gefunden werden, die von Verhalten und Aussehen her ausgezeichnet zur Tierfamilie des Kinderzoos passen.

 

Situation

Die Anlage liegt am süd-östlichen Ende des Zoogebietes an Stelle einer Vogelwiese. Sie verleiht dem ganzen Gebiet neues Leben und fügt dem Zooerlebnis insgesamt einen entscheidend neuen Aspekt hinzu:

Der hohe, schwungvolle Bau ist von weitem sichtbar und erschliesst den Besuchern den hintersten Bereich des Kinderzoos.

 

Gestaltung

Eine ausdrucksstarke Zeltform schmiegt sich zwischen den bestehenden Baumbestand und nimmt die Formensprache der bereits bestehenden Bauten auf. Die Konstruktion besteht aus einem Chromstahlnetz, das über vier schräg stehende Stahlpylone gespannt wird.

Durch den allseitigen Abschluss der Anlage konnte auf der relativ kleinen Grundfläche ein 11 Meter hohes, für die Tiere vollumfänglich bespielbares Volumen geschaffen werden. Das feinmaschige Chromstahlnetz ist dabei nicht nur transparente Grenze, sondern gleichzeitig vertikale Spiel- und Kletterfläche. Es erlaubt eine optimale Sicht auf die Tiere und lässt die Form der Kuppel je nach Lichteinfall hell aufschimmern oder sich fast unsichtbar auflösen.

Eine Attraktion für sich sind die speziell entwickelten Netzröhren, welche die Aussenanlage mit dem Affenhaus verbinden. Die Tiere bewegen sich durch diese hängenden Röhren frei zwischen Innen- und Aussengehege. Dieses Angebot nutzen sie intensiv und bieten damit ein fotogenes Spektakel für die Besucher, die den Tieren an dieser Stelle besonders nahe kommen.

Kleinere geführte Gruppen gelangen über eine Zugangsschleuse in die Anlage um die Totenkopfaffen in direktem Kontakt zu erleben. Die Schleuse ist gleichzeitig das Schaufenster der Anlage, durch das man die Tiere ungestört und ohne Sonnenblendung beobachtet. Der Waschbetonbau orientiert sich in Form, Material und Farbgebung an den bestehenden Zoobauten, insbesondere an den expressiven Bauten der benachbarten Elefantenanlage.

 

Nacht- und Winterquartier

Das Innenquartier wurde in eine bestehende Stallung eingebaut. Der schön detaillierte Bau aus den 70er Jahren konnte dabei vollumfänglich erhalten werden. Um seinen neuen Bewohnern gerecht zu werden, wurde er aber isoliert, mit einer Heizung, einer Lüftung und einer Befeuchtungsanlage ergänzt.

Dem Konzept des Kinderzoos folgend, ist der Bau für das Publikum nicht zugänglich. Fenster bieten aber Einblicke in diesen interessanten Bereich: Ein spezielles Gehegesystem erlaubt dem Tiepfleger ein optimales Handling und bietet den Tieren einen artgerechten Aufenthaltsort. So können die Totenkopfaffen unabhängige soziale Gruppen bilden und dennoch akustisch miteinander in Kontakt bleiben.

Bauherrschaft: Gebrüder Knie, Schweizer National-Circus AG

Architekten: Müller & Truniger Architekten ETH SIA Fachbiologische

Beratung: Kurt Müller

 

Grundfläche: 250 m2

Volumen: ca. 1500 m3

Planungszeit: März bis November 2003

Bauzeit: November 2003 bis März 2004

Eröffnung: 13. März 2004

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